Heuschrecken im Schafspelz

Meist flattern sie ungebeten als Spam ins Emailpostfach oder es klingelt gar an der Haustür. Die Rede ist von Finanzberatern, die einem weismachen wollen, dass man eine einmalige Gelegenheit vergibt, sein Geld zu vermehren, wenn man jetzt nicht ihre Expertise in Anspruch nimmt. Hier ist große Vorsicht geboten. Denn bei dieser Sorte von Finanzexperten handelt es sich in der Regel um, wie Franz Müntefering sie einmal treffend bezeichnete, Heuschrecken, die nur ihr eigenes Wohl im Auge haben. Gerade im Zuge der Finanzkrise ist diese Branche in Verruf geraten. Nicht wenige Anleger haben ihr Erspartes durch vermeintlich totsichere Geldanlagen verloren.

Finanzberatung als Dienstleistung
Diese Art der Dienstleistung allerdings grundsätzlich zu verdammen, wäre verfrüht, gibt es doch auch viele seriöse Finanzberater. Die Finanzberatung als Dienstleistung kann sehr nützlich sein und tatsächlich dazu beitragen, die eigenen Finanzen zu mehren. Eine ehrlicher, seriöser Dienstleister in der Finanzbranche klärt seinen Klienten über mögliche Gefahren und Risiken eines Investments auf und macht auch auf versteckte Kosten wie etwa Depotverwaltungsgebühren aufmerksam. So sollte es dem Anleger möglich sein, ein finanzielles Investment auf dessen Rentabilität gemeinsam mit seinem Berater zu analysieren. Diese Dienstleistung ist natürlich nicht kostenlos. Es gibt eine Reihe an Modellen, wie diese Dienstleistung vergütet werden kann. So kann eine fixe jährliche Gebühr vereinbart werden oder aber auch eine erfolgsabhängige Vergütung, bei der die Vergütung von der Entwicklung des Portfolios abhängig ist. Für welches Modell man sich hierbei entscheidet, muss von Fall zu Fall abgewogen werden. Feststeht, dass es in dieser Branche viele schwarze Schafe gibt, aber auch seriöse Dienstleister, die die Interessen des Kunden in den Vordergrund stellen.